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Dossier

EGILIA informiert: Die magische 7 und Mnemotechniken

 

Während einer Weiterbildung prasselt auf die Teilnehmer eine Vielzahl von Informationen ein, die aufgenommen, verstanden und am Ende in der Abschlussprüfung wiedergegeben werden müssen. Einige Themen, wie z.B. verschiedene Projektmanagementmethoden, weisen aufgrund Ihrer eigenen Terminologie zudem viele Parallelen zum Erlernen von Fremdsprachen auf. Hält man sich dann noch folgende Fakten vor Augen, muss man davon ausgehen, dass der Lernerfolg ziemlich überschaubar ausfällt:

  • Das Ultrakurzzeitgedächtnis kann neue Informationen etwa 20 Sekunden lang speichern.
  • Im Kurzzeitgedächtnis verbleiben alle Informationen ungefähr 20 Minuten.
  • Erst wenn das Wissen ins Langzeitgedächtnis gelangt ist, ist es theoretisch für immer verfügbar.

Nicht nur, um die Abschluss- bzw. Zertifizierungsprüfungen erfolgreich zu absolvieren, sondern um nachhaltig von einer Weiterbildung zu profitieren, ist es notwendig, dass die neuen Informationen den Weg ins Langzeitgedächtnis finden.


Wenn ein Kind Hunger hat, geben wir ihm kein Steak, sondern Nahrung in einer Form, die ein Kind auch verarbeiten kann. Daher liegt es nahe, in Seminaren und Schulungen neue Informationen in einer verträglichen Dosis und in angemessener Form zu präsentieren. Wenn der Trainer das gesamte Glossar von Prince2 in drei Minuten vorstellt, ist es unwahrscheinlich, dass Teilnehmer bei einer anschließenden „Abfrage“ 100% erreichen, da der Arbeitsspeicher des menschlichen Bewusstseins nicht in der Lage ist, alles zu speichern.

Was ist nun die richtige Dosis und die angemessene Form?

Einer Probandengruppe werden verschiedene Zahlenreihen genannt, die zuerst aus zwei, dann drei, dann vier usw. Ziffern bestehen. Nach jeder Zahlenreihe sollen sie die Ziffern in umgekehrter Reihenfolge aufschreiben. Ab einer gewissen Anzahl von Ziffern in einer Zahlenreihe kommt es zwangsläufig zu Fehlern. Das Ultrakurzzeitgedächtnis stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Diese Grenze ist natürlich individuell verschieden. Bei dem Einen kommt es vielleicht bereits ab einer Zahlenreihe, die aus 5 Ziffern besteht, bei der Reproduktion zu Fehlern, bei einem anderen z.B. erst ab 8 Ziffern. Ermittelt man aber den Mittelwert des Umfangs der Zahlenreihen, bei dem nicht mehr nur richtige Ergebnisse vorkommen, erhält man einen nachvollziehbaren Richtwert, wie groß die Anzahl der Ziffern einer Zahlenreihe sein kann, die alle Probanden noch fehlerfrei in umgekehrter Reihenfolge reproduzieren können.

Bereits in den 40er und 50er Jahren hat die Gedächtnis- und Lernpsychologie in diesem Bereich viele derartige Versuchsreihen durchgeführt. 1956 veröffentlichte der Psychologe George A. Miller "The Magical Number 7, Plus or Minus Two” ("The Magical Number 7, Plus or Minus Two” : Some Limits on Our Capacity for Processing Information" Psychological Review, 1956, Band 63, Seite 81-97).  In diesem Artikel fasste er die Ergebnisse dieser Versuchsreihen zusammen und kam zu dem Ergebnis, dass die Aufnahmekapazität des Menschen bei  7 plus/minus 2 „chunks“ liegt.

Was sind „chunks“?

Die EGILIA Free Call Nummer 08009008006 besteht aus 11 minimalen Informationseinheiten (einzelne Ziffern/bits).  Also müsste man sie sich Miller zufolge kaum merken können. Allerdings bietet es sich an, diese 11 minimalen Informationseinheiten in Informationsgruppen höherer Ordnung oder Sinneinheiten zu „chunken“: 0800 (Vorwahl für Free Call Nummern), 900, 800, 6.
Aus 11 bits wurden so lediglich 4 Chunks.
Schwieriger wird es bei der Faxnummer 03069088400. Es bieten sich nur wenige Möglichkeiten, Chunks zu bilden: 030 für Berlin - 1 Chunk. Bleiben noch 8 bits aus denen jeder individuell verschiedene Kombinationen (z.B. 030, 690, 88, 400) bilden kann, von denen aber kaum eine so eingängig und nachvollziehbar wäre wie die Chunks der Free Call Nummer.
Somit wäre die oben genannte verträgliche Dosis gefunden, also die Anzahl neuer Informationen, die während einer Unterrichtseinheit präsentiert werden sollte, dass sie von allen Teilnehmer problemlos aufgenommen werden können.

Was ist die für einen langfristigen Lernerfolg angemessene Form der Wissensvermittlung?

Jeder kennt Eselsbrücken oder Merksätze. Das sind sogenannte Mnemotechniken oder Assoziationsmethoden. Eine andere wäre die „Loci-Methode.“ Dabei werden Begriffe imaginär mit Orten verbunden. Dem Menschen fällt es nachgewiesenermaßen leicht, in eine räumliche Verknüpfung eingefügte Informationen geordnet wiederzugeben. Sie eignet sich besonders bei Themen, bei denen es auf Vollständigkeit ankommt. Jedem zu lernenden Begriff (z.B. aus einer Liste oder auch Vokabeln) wird ein Ort zugeordnet. Dieser Ort kann z.B. eine Station auf dem Weg zur Arbeit sein. Verschiedene Stationen werden mit den entsprechenden Begriffen assoziiert (etwa Alliterationen) und visuell verknüpft. Somit ist die Speicherung der richtigen Reihenfolge und des jeweiligen Begriffs gewährleistet.

Eine auf der Loci-Methode basierende „Visualisation“ soll mit den 7 Prozessen von Prince2 verdeutlicht werden (der achte Prozess PL – Planen eines Projekts wird seit Prince2:2009 separat behandelt).

Die 7 Prozesse von Prince2

  • Starting up a project: Vorbereiten eines Projekts
  • Initiating a project: Initiieren eines Projekts
  • Directing a project: Lenken eines Projekts
  • Controlling a stage: Steuern einer Phase
  • Managing product delivery: Managen der Produktlieferung
  • Managing stage boundaries: Managen der Phasenübergange
  • Closing a project: Abschließen eines Projekts

Nachdem Sie die Liste gelesen haben, müssten Sie nun Millers Ergebnissen zufolge mindestens 5 der 7 Prozesse aus dem Gedächtnis wiedergeben können. Um diese Punkte morgen immer noch abrufen zu können, müssen sie jedoch „gespeichert“, also gelernt werden.

  • Der Pilot eines Flugzeugs führt vor dem Start einen kompletten System- und Sicherheitscheck durch: Starting up a project - Vorbereiten eines Projekts
  • Dann startet er die Maschine: Initiating a project - Initiieren eines Projekts
  • Und lenkt sie auf die Startbahn: Directing a project - Lenken eines Projekts
  • Während des Flugs steuert er die Maschine und überwacht die Instrumente: Controlling a stage - Steuern einer Phase
  • Die Passagiere werden von der Kabinenmannschaft an Bord versorgt und betreutManaging product delivery (Produkt hier=Personenbeförderung) - Managen der Produktlieferung
  • Landungsvorbereitungen (z.B. Ausfahren des Fahrwerks): Managing stage boundaries - Managen der Phasenübergange
  • Landung: Closing a project - Abschließen eines Projekts

EGILIA wünscht Ihnen bei Ihrem persönlichen Weiterbildungsprojekt und, wenn Sie mögen, beim Anwenden von verschiedenen Mnemotechniken viel Erfolg!

 

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